Zur Person
- Geboren am 30. 4. 1970 in Freiburg/Breisgau
- Ausbildung und Forschung (exemplarisch): Studium der Volkswirtschaftslehre an den Universitäten Heidelberg, Kiel und Southampton (M.Sc.), Dissertation «Economists, Entrepreneurs and the Pursuit of Economics»; 1997 Promotion zum Dr. sc. pol; Studium der Indologie und Asiatischen Geschichte an der Universität Kiel und M.A. South Asian Area Studies, School of Oriental and African Studies; Wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Europa-Universität Viadrina in Frankfurt/Oder, DFG-Forschungsstipendiatin an der Universität Bergen, Norwegen.
- Gegenwärtige Tätigkeit: Freie Forscherin und Trainerin; Habilitationsprojekt: Die virtuelle zweite Generation. Mehr über Urmila Goel.
Ausgewählte Publikationen
- Ein Raum für die Uneindeutigen – Das Internetportal Indernet, in: Antje Gunsenheimer (Hrsg.), Grenzen Differenzen Übergänge - Spannungsfelder inter- und transkultureller Kommunikation, Bielefeld: transcript 2007, 215-230.
- «Kinder statt Inder» – Normen, Grenzen und das Indernet, in: Christine Riegel und Thomas Geisen (Hrsg.), Jugend, Zugehörigkeit und Migration – Subjektpositionierung im Kontext von Jugendkultur, Ethnizitäts- und Geschlechterkonstruktionen, Wiesbaden: VS Verlag für Sozialwissenschaften 2007, 163-181.
- Ausgrenzung und Zugehörigkeit - Zur Rolle von Staatsbürgerschaft und Einbürgerung, in: Christiane Brosius und Urmila Goel (Hrsg.), masala.de - Menschen aus Südasien in Deutschland, Heidelberg: Draupadi-Verlag 2006, 123-160.
Forschungsprojekt innerhalb der Jacobs Summer Research Group 2008/09
Zugehörigkeit und Religion. Eine ethnographische Untersuchung unter Kindern von MigrantInnen aus Südasien in Deutschland und der Schweiz
Im deutschsprachigen Raum leben einige zehntausend junge Menschen, von denen zumindest ein Elternteil aus Südasien zugewandert ist. Sie wachsen in säkularen Gesellschaften auf, die durch das Christentum geprägt sind, und kommen auf unterschiedliche Arten mit «südasiatischen» Religionen in Kontakt. Zum einen werden sie mit Vorstellungen der Dominanzgesellschaft über die Religionen konfrontiert und ihnen bestimmte religiöse Zugehörigkeiten zugeschrieben. Zum anderen werden sie in ihren Familien zu sehr unterschiedlichen Graden religiös geprägt und sind zum Teil in ethnisch-religiöse Netzwerke eingebunden.
In dem Forschungsprojekt wird anhand von biographischen Erzählungen und andere Selbstdarstellungen analysiert, welche Rolle «südasiatische» Religionen für die Kinder der MigrantInnen aus Südasien spielen. Insbesondere wird untersucht, wie Gefühle von (Nicht-)Zugehörigkeit zu der über die migrierten Eltern definierten ethnischen Gruppe und zur Dominanzgesellschaft durch religiöse Prägungen und Zuschreibungen befördert oder behindert werden. Dabei liegt der Schwerpunkt der Analyse nicht auf den religiösen Praxen an sich, sondern auf der Bedeutung der Zuschreibungen und Netzwerke für die gesellschaftliche Verortung der jungen Menschen im deutschsprachigen Raum.