Doktoratsprogramm
Das Pro*Doc «Interferenzen von Religion mit Politik und Wirtschaft im Spiegel ihrer Konstruktionsgeschichten» lief von 2008-2011 als vom Schweizerischen Nationalfonds gefördertes Doktoratsprogramm. An der Weiterführung eines Doktoratsprogramms wird zurzeit gearbeitet.
Das Pro*Doc «Interferenzen» (2008-2011)
Dass Religion nach wie vor eine bedeutsame gesellschaftliche Grösse darstellt lässt sich mit einem Blick in die Tagespresse nicht verleugnen. Ihr öffentlichkeitswirksamer Einfluss zeigt sich in Debatten über konfessionell gebundenen Religionsunterricht, in durch religiöse Positionen definierten Kulturkonflikten oder im wachsenden Markt alternativer Heilsangebote. Im Kontrast dazu weist die wissenschaftliche Beschäftigung mit Religion weiterhin erhebliche Lücken auf, zentrale Fragen in der Beschäftigung mit dem Phänomen Religion in der Moderne sind nach wie vor unerledigt. Dies zeigt sich sowohl in methodologischer wie auch in inhaltlicher Hinsicht. Eine Deutungshoheit zum Phänomen Religion wird an den Universitäten von verschiedenen Disziplinen und Ansätzen beansprucht. Inwiefern «Religion» und nicht etwa unterlegte politische, psychologische oder soziale Faktoren angesichts der tagesaktuellen Problemstellungen den eigentlichen Gegenstand der Forschungen bilden, ist entsprechend umstritten.
Das Pro*Doc-Programm des Zentrums für Religion, Wirtschaft und Politik (ZRWP) setzt hier an und widmet sich den «Interferenzen von Religion mit Politik und Wirtschaft im Spiegel ihrer Konstruktionsgeschichte.» Religion, Wirtschaft und Politik werden dabei, auch in ihren Wechselwirkungen, nicht als feststehende sondern als jeweils auszuhandelnde Bereiche begriffen. Die Rede von der Konstruktionsgeschichte bringt das Zusammenspiel der Konstruktion durch Geschichten, über welche die Bereiche konkretisiert werden, und der Konstruktion von Geschichten, über die sie verhandelt werden, in den Blick. Dabei werden verschiedene Disziplinen und Perspektiven miteinander ins Gespräch gebracht: politikwissenschaftliche und wirtschaftswissenschaftliche Betrachtungen werden ebenso berücksichtigt, wie theologische und religionswissenschaftliche Analysen und Positionen.
Das Doktoratsprogramm umfasst neben dem Ausbildungsmodul derzeit die Forschungsmodule 1, 2 und 3; durch Teilnahme am Ausbildungsmodul sind weitere Dissertationsprojekte assoziiert.
