Die Jacobs Summer Research Group (JSRG) ist eine Kooperation der Jacobs Foundation mit dem Zentrum für Religion, Wirtschaft und Politik (ZRWP) und versteht sich als Förderinstrument für Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftler. Seit dem 15. Juli 2008 arbeiten vier Fellows für ein Jahr zum Themenschwerpunkt „Jugend – Religion – Migration“ zusammen, um so ihre eigene bisherige Forschung in interdisziplinärer Perspektive zu vertiefen. Im Sommer 2008 und im Frühjahr 2009 treffen sie sich dazu in zwei jeweils sechswöchigen Kollegs in Zürich, wo sie die Ergebnisse ihrer qualitativen Forschung auswerten und gemeinsame Themenstellungen erarbeiten. Unterstützt werden Sie dabei vom Senior Advisor der JSRG, dem Münchner Prof. Dr. Friedrich Wilhelm Graf sowie von Prof. Dr. Reiner Anselm, Zürich. Als Koordinator der JSRG fungiert Dr. Stephan Schleissing.
Die qualitativen Einzelstudien der Fellows, die in der Schweiz und in Deutschland angesiedelt sind, behandeln die komplexen Zusammenhänge zwischen Jugend, Religion und Migration. Jugend wird in diesem Forschungskontext vor allem als eine Lebensphase betrachtet, in der bestimmte Entwicklungen und Entscheidungsanforderungen in zeitgenössischen Gesellschaften bewältigt werden müssen. Dabei werden junge Menschen als AkteurInnen angesehen, die ihre soziale Umwelt und Kultur in ihren Beziehungen zu Gleichaltrigen sowie zu Erwachsenen aktiv mitgestalten. Die Fellows der JSRG interessieren sich dabei insbesondere für Prozesse religiöser Identitäten oder Zuschreibungen in dieser Lebensphase. Dabei wird ein möglichst breites Spektrum von religiösen Kontexten im Islam, Christentum und Hinduismus in den Blick genommen. Was junge Frauen und Männer hier jeweils unter «Religion» oder «Religiosität» verstehen, ist zentraler Gegenstand der Projekte, die auf unterschiedliche Weise Zugang zu den Jugendlichen suchen. Fokussiert wird zum Beispiel die Frage, wie Religion bzw. Religiosität von Generation zu Generation weitergegeben, gelebt und verändert wird.
Ein zentrales Konzept der Untersuchungen bildet der Begriff «natio-ethno-kulturelle Mehrfachzugehörigkeit» (Mecheril 2001), der darauf verweist, dass die befragten Jugendlichen aufgrund der Migrationsprozesse ihrer Eltern in die Schweiz oder nach Deutschland mit diversen Bezugssystemen umgehen. Von besonderem Interesse ist, wie die daraus resultierenden Ambivalenzen sowohl im Hinblick auf religiöse Zugehörigkeit als auch auf geschlechtliche Identität und sozioökonomische Herkunft thematisiert werden.
Die Details der Einzelprojekte sind den folgenden Projektbeschreibungen zu entnehmen:
Zur Förderung ihrer Arbeit erhalten die Fellows der JSRG ein Stipendium, mit dem sie ihre Aufenthaltskosten in Zürich, ihre Reisetätigkeit sowie die Anstellung von wissenschaftlichen Hilfskräften bestreiten. Die Ergebnisse ihrer Forschung sind am 27.-28. Mai 2009 auf einem Symposium (ausführlicher Bericht über das Symposium), in einer Vorlesungsreihe an der Universität Zürich sowie in ausgewählten Publikationen präsentiert. Darüber hinaus haben die Fellows ihre Forschungsergebnisse auf einer Summer School diskutiert, die gemeinsam mit der Schweizerischen Studienstiftung im Juni 2008 im Centro Magliaso stattgefunden hat.
Kontakt:
ZRWP, Universität Zürich, Scheuchzerstr. 21, CH-8006 Zürich
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