Forschungsmodul 3:
Public Domain und gesellschaftliche Inkorporation religiöser Minderheiten
Modellbildungen und Entwicklungstendenzen
Leitung: Prof. Martin Baumann, Luzern
Gegenstand des Forschungsmoduls 3 ist die Frage nach typischen Strukturen in den integrativen Prozessen von religiösen Minderheiten. Dazu vergleichen beide Teilprojekte exemplarisch religiöse Minderheiten in der Schweiz und in England.
Lucia Stöckli fragt in ihrem Projekt mit dem Arbeitstitel «Moscheebauprojekte im Hinblick auf gesellschaftliche Inkorporation. Muslimische Minderheiten in England und in der Schweiz» danach, wie religiöse Minderheiten in den öffentlichen Raum hinaustreten. Die Studie vergleicht die schweizerische und britische Erfahrung der gesellschaftlichen Inkorporation muslimischer Minderheiten. Dabei sollen typische Strukturen des öffentlichen ‹Sichtbarwerdens› der Minderheitsreligion bestimmt werden. Der Fokus der Dissertation liegt auf der öffentlichen Manifestation der Minorität, insbesondere in Form sichtbarer Moscheen.
Im zweiten Teilprojekt (Arbeitstitel: «Integration als nonlineare Dynamik komplexer Systeme. Ein Inkorporations-Modell am Beispiel jüdischer Gemeinden») untersucht Bernhard Lange in historischer Perspektive die Prozesse, in denen jüdische Minderheiten in den genannten Ländern gesellschaftlich eingegliedert werden. Ziel dieser Studie ist die Überarbeitung bestehender Modelle zu integrativen Prozessen. Dadurch soll die Geschichte religiöser Minderheiten besser verstanden und Entwicklungstendenzen sichtbar werden.
Die Kombination von Länder- und Religionsvergleichen über einen längeren Zeitraum dürfte vorhandene Integrations- und Teilhabemodelle schärfen und viel zum Verstehen aktueller gesellschaftlicher Debatten beitragen.
